Ganknight IV – I Pod

Eine unglaubliche Leere in meinem Kopf. Eine.. Schwärze. Unsortierte Gedanken.. Erinnerungen an.. nichts? Doch, da ist etwas. Da ist.. alles – Ich bin wach. Ich spüre meinen Atem. Spüre wie er auf mich zurück schlägt und langsam verbreitet sich in mir eine Panik keine Luft zu bekommen. Langsam steigt sie in mir hoch bis ich die Augen aufreisse und die Glasscheibe direkt vor mir sehe. Sie ist fast vollständig beschlagen, von der Welt vor der Scheibe sehe ich nur Schemen und Lichter. Dort bewegen sich Menschen, sie scheinen mich zu beobachten. Ich stecke in einer kleinen Kammer – “Sarg”, das ist mein erster Gedanke. Die Panik wird unerträglich – was zur Hölle ist hier los? Das brodelnde Magma aus Angst steigt mir vom Magen in die Brust, schnürt mir die Luft ab und steigt weiter in die Arme – endlich lösen sich die Hände aus der Umklammerung der mentalen Nacht und drücken mit aller Kraft gegen die Scheibe, die mich von der Aussenwelt trennt. Sie öffnet sich ganz leicht, viel zu leicht, sie springt weg und ich taumle hinterher, falle auf den Boden vor meinem Gefängnis.

Ganknight IV - Fleet

Herr Bladetwist!” ein Mann in einem weissen Kittel grinst mich breit an und reicht mir die Hand, “Alles hat wie erwartet funktioniert, der Upload ging reibungslos über die Bühne – Willkommen zurück!” – Willkommen zurück? Ok, der Mann gehört offensichtlich zum Medical Staff und ich bin auf einer Art Krankenstation. Was ist das letzte an das ich mich erinnere? Gestern abend, ja gestern war ich in Rens. Das ist gut 26 Sprünge von hier entfernt. Dort war der Rendezvous-Point einer großen Flotte – Ja, eine Flotte! Gut 90 Schiffe, ich erinnere mich! 90 Piloten, Größtenteils in Drakes unterwegs, haben sich in Rens – nein in Eifer! – getroffen um von dort ins 0.0 aufzubrechen – für eine Piratentour, eine Ganknight! Es war bereits das vierte mal, dass sich dieser stetig wachsende Flottenverband getroffen hat um unter der Führung ihres Fleetcommanders kidrob alles abzuschiessen was nicht schnell genug aus dem System warpen kann. Ich war dabei und wir haben viele, viele Systeme besucht! Wo uns ein einzelnes Schiff über den Weg lief wurde kurzer Prozess gemacht, an diesem Abend gab es kein schlechtes Gewissen und keine Freunde ausserhalb der Flotte. Größere Verbände begegneten uns leider nicht – die meisten Piloten waren heiss auf einen ordentlichen Kampf und die kleinen Scharmützel mit einzelnen Schiffen gaben kaum die Gelegenheit auch nur eine einzige Salve abzugeben. Ein paar Gates lang wurden wir zwar von mehreren Schiffen der Rebellion Alliance verfolgt, aber ausser ein paar Nachzüglern konnten sie nichts erwischen – wir hingegen schon. Wer sich zu nah an uns heran wagte wurde innerhalb von Sekunden pulverisiert. Viele Schiffe fiehlen uns zum Opfer, wir machten fette Beute und ich konnte mich trotz meines kleinen Schiffes an drei Abschüssen beteiligen. Ein Ende fand unser Zug erst, als wir in T8H-66 auf ein Gruppe von GoonSwarm und RAZOR Alliance getroffen sind. Nicht dass sie uns zahlenmässig überlegen gewesen wären, oder uns geschickt ausmanövriert und defiliert hätten, aber sie standen mit drei Titanen am Gate und zündeten drei Doomsday Devices. BUMM! Mit einem lauten Krachen verabschiedete sich nahezu unsere ganze Flotte, nur einige wenige Piloten haben diesen Schlag überlebt und kamen heil nach hause.

Ganknight IV - Fleet

Und jetzt dämmert mir auch wo ich bin. Ich habe zuerst meine Condor verloren und bin anschliessend aus meinem Pod geschossen worden. Ich bin keiner der Überlebenden. Das hier ist nicht mein Körper! Mein Körper wurde gestern abend atomisiert und ins All verstreut. Da ist sie wieder, diese Panik, und jetzt vermischt sie sich mit einer dominanten Übelkeit. Ich muss mich übergeben. Lachen die Weisskittel über mich? Ich fasse mich langsam wieder und halt! Natürlich ist das hier mein Körper. Er fühlt sich auf jeden Fall so an. Ich kann keinen Unterschied feststellen und ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass mein “anderer” Körper gestorben wäre – ich kann keinen Todesschmerz spüren und ich habe keine Narben. Mein Bewustsein ist in einen Klon übertragen worden, das hat der Kerl im Kittel eben gemeint. Und es hat funktioniert. Es ist also war, ich bin unsterblich!

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